Erklärung zur Verwendung von Dativ und Akkusativ

Nomen und Pronomen haben vier Formen („Kasus“), in denen sie im deutschen Satz stehen können: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.

Die erste Form heißt „Nominativ“. Sie ist die Form, die im Wörterbuch steht. Zum Beispiel:
„Tisch, der“, „Blume, die“ oder „Buch, das“
Das bedeutet, dass das Nomen „Tisch“ Maskulinum, das Nomen „Blume“ Femininum und „Buch“ Neutrum ist.

Im Satz ist der Nominativ IMMER Subjekt. Man fragt mit „wer? oder „was?“:

    • Der Tisch wackelt.  WER wackelt? – Der Tisch. (Subjekt)

 

    • Die Blume duftet. WER duftet? – Die Blume. (Subjekt)

 

    • Das Buch ist interessant. WAS ist interessant? – Das Buch. (Subjekt)

Im Satz gibt es immer nur ein Subjekt*, also nur einen Nominativ. Andere Nomen oder Pronomen sind Objekte:
Das Mädchen trinkt den Kakao. WER trinkt den Kakao? – Das Mädchen (Subjekt)

  • WAS/WEN trinkt das Mädchen? – Den Kakao (Objekt)

Der Arzt hilft dem Patienten. WER hilft dem Patienten? – Der Arzt (Subjekt)

  • WEM hilft der Arzt? – Dem Patienten (Objekt)

DER DATIV

Das Verb im Satz definiert das Objekt (Genitiv, Dativ oder Akkusativ).
Die zweite Form, die Nomen oder Pronomen haben können, heißt „Genitiv“. Sie zeigt den Besitz einer Person an und ist heute schon nicht mehr üblich. Normalerweise ersetzt man den Genitiv durch die Präposition „von“ in Kombination mit der dritten Form, dem „Dativ“.  Die Dativ-Frage ist „wem?“ und zeigt, dass Dativ immer** für eine Person steht.

Der Ball von dem Kind. Von WEM? – Dem Kind (Objekt im Dativ)

Der Arzt hilft dem Patienten. WEM hilft der Arzt? – Dem Patienten (Objekt im Dativ)

Singular Plural
Nominativ der Patient die Patienten
Genitiv des Patienten der Patienten
Dativ dem Patienten den Patienten
Akkusativ den Patienten die Patienten

Der Dativ steht nach den Verben/dativ stoji nakon glagola:

absagen – Der Manager muss dem Klienten den Termin absagen.

ähneln –  Das Baby ähnelt dem Vater sehr.
antworten – Bitte antworte mir schnell!
begegnen – Sind Sie schon Herrn Müller, dem Chef, begegnet?
befehlen – Der General befiehlt dem Soldaten still zu stehen.
beistehen – Keine Sorge, ich stehe dir bei der Operation bei.
beitreten – Möchten Sie unserer wohltätigen Organisation beitreten?
danken – Ich danke meiner Familie für das Verständnis.
dienen – Womit kann ich Ihnen dienen?
drohen – Der Kriminelle hat dem Millionär gedroht.
einfallen – Zu diesem Thema fällt dem Autor viel ein.
entgegenkommen – Sag mir, wann du wegfährst. Ich komme dir auf halbem Weg entgegen.
fehlen – Frau Meier fehlt ihr entlaufener Hund so sehr.
folgen – Bitte folgen Sie dem Herrn mit der gelben Fahne in der Hand.
gefallen – Gefällt es euch hier in Österreich?
gehorchen – Meine Kinder gehorchen mir überhaupt nicht mehr.
gehören – Wem gehört das Auto in der Einfahrt?
gelingen – Paul hofft, dass ihm die Führerscheinprüfung gelingt.
genügen – Danke, das genügt der Kommission.
glauben – So glaub mir doch, dass ich die Wahrheit sage!
gratulieren – Tante Sibylle gratuliert ihrer Oma zum 105. Geburtstag.
gut tun – Ein Urlaub am Meer tut dem Patienten gut.
helfen – Kann ich Ihnen helfen?
missfallen – Papa, warum missfällt dir jeder von meinen Freunden?
misslingen – Oh je, jetzt ist der Köchin der Kuchen wieder misslungen!
sich nähern – Der Tiger nähert sich seinem Opfer rasant.
nachlaufen – Die Kinder laufen dem Ball gerne nach.
nützen – Das nützt mir doch nichts!
passen – Das Shirt passt Elsa nicht mehr. Sie ist zu dick geworden.
passieren – Wie konnte dir das nur passieren?
raten – Der Arzt hat meinem Opa geraten, ins Krankenhaus zu fahren.
sich schaden – Du schadest dir, wenn du noch länger rauchst!
schmecken – Schokolade schmeckt den Kindern besonders gut.
vertrauen – Paula vertraut ihrer Freundin mehr als ihrer Mutter.
verzeihen – Verzeihen Sie mir bitte!
weh tun – Dem Kind tut der Bauch weh.
ausweichen – Der alkoholisierte Autofahrer konnte dem Baum nicht mehr ausweichen.
widersprechen – Widersprich deiner Mutter nicht immer!
zuhören – Die Studenten sollen dem Lehrer immer zuhören.

DER AKKUSATIV

Die vierte Form von Nomen und Pronomen heißt „Akkusativ“. 90% von allen deutschen Verben brauchen ein Objekt im Akkusativ! Die Akkusativ-Frage ist „wen?“ oder „was?“.
Das Mädchen trinkt den Kakao. WAS/WEN trinkt das Mädchen? – Den Kakao (Objekt im Akkusativ)
Tina trifft die Freundin. WEN/WAS trifft Tina? – Die Freundin (Objekt im Akkusativ)

Nur wenige Verben brauchen zwei Objekte, ein Dativ- und ein Akkusativobjekt:

Ich              schenke    dem Kind einen Ball.
Nominativ                    Dativ        Akkusativ 

Dativ UND Akkusativ stehen nach den Verben:
anvertrauen- Rita vertraut ihr Baby ihrer 10jährigen Nichte an.
beantworten- Beantworten Sie mir doch noch eine Frage!
beweisen- Der Verurteilte konnte dem Richter seine Unschuld nicht beweisen.
borgen- Papa, bitte borg mir noch einmal ein bisschen Geld!
bringen- Soll ich dir etwas mitbringen?
empfehlen- Unser Küchenchef empfiehlt dem Gast eine Flasche edlen Rotwein?
entziehen- Der Polizist entzieht dem Alkoholiker die Lizenz zum Autofahren.
erlauben- Mama, erlaubst du mir die Party bei Susi?
erzählen- Erzählen Sie uns doch noch einmal die Geschichte vom Unfall!
geben- Gibst du mir bitte das Salz?
leihen- Leihst du ihm bitte das Buch?
liefern- Liefern Sie uns den Wein auch nach Hause?
mitteilen- Das hätte sie uns aber auch selbst mitteilen können!
rauben- Der Dieb raubte dem Museum ein teures Gemälde.
reichen- Reichst du mir bitte den Zucker?
sagen- Du weißt, du kannst mir alles sagen.
schenken- Schenkst du den Kindern wieder ein Buch?
schicken- Frau Müller schickt Ihnen die Briefe noch heute.
schreiben- Firma Kaufgut hat uns schon lange keinen Brief geschrieben.
senden- Wir können Ihnen das Paket heute nicht mehr senden.
stehlen- Der Hund stiehlt dem Metzger eine Wurst.
überlassen- Gerda hat ihrem Bruder ihr Auto überlassen.
verbieten- Papa, du kannst mir das Rauchen nicht verbieten!
verschweigen- Wie lange hast du uns die Schwangerschaft verschwiegen?
versprechen- Du hast versprochen, deinen Eltern immer die Wahrheit zu sagen.
verweigern- Der Angeklagte hat der Polizei die Aussage verweigert.
wegnehmen- Das Mädchen nimmt ihrer Freundin die Puppe weg.
zeigen- Können Sie mir bitte den Weg zeigen?

zusehen – Kann ich Ihnen bei der Arbeit zusehen?
zustimmen – Das Volk stimmt dem Politiker nicht zu.
zuwenden – Kannst du dich mir bitte zuwenden, wenn ich mit dir spreche?

DIE DEKLINATION

Nomen:
Nomen verändern die Form (=„Deklination“): Es gibt die vier Kasus Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv.
Die Deklination sieht man am Artikel. Es gibt den bestimmten Artikel („der“, „die“,…) und den unbestimmten Artikel („ein“, „eine“,…).

Der bestimmte Artikel
bezeichnet eine bekannte Sache oder Person:

Singular Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ Der Tisch Die Blume Das Bild
Akkusativ Den Tisch Die Blume Das Bild
Dativ Dem Tisch Der Blume Dem Bild
Genitiv Des Tisches Der Blume Des Bildes

 

Plural Maskulinum, Femininum, Neutrum
Nominativ Die Tische, Blumen, Bilder
Akkusativ Die Tische, Blumen, Bilder
Dativ Den Tischen, Blumen, Bildern
Genitiv Der Tische, Blumen, Bilder

 

Der unbestimmte Artikel

meint etwas Unbestimmtes. Die Person oder Sache ist unbekannt oder es ist egal, was gemeint ist.

Singular Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ Ein Tisch Eine Blume Ein Bild
Akkusativ Einen Tisch Eine Blume Ein Bild
Dativ Einem Tisch Einer Blume Einem Bild
Genitiv Eines Tisches Einer Blume Eines Bildes

Eine Pluralform existiert nicht.

 

Adjektivdeklination:
Steht VOR dem Nomen ein Adjektiv, so erhält das Adjektiv eine Endung. Adjektivdeklination

Nach bestimmtem Artikel:

Singular Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ der/dieser/jener/ welcher/mancher
 große Tisch
die/diese/jene/
welche/manche schöne Blume
das/dieses/jenes/
welches/manches bunte Bild
Akkusativ den großen Tisch die schöne Blume das bunte Bild
Dativ dem großen Tisch der schönen Blume dem bunten Bild
Genitiv des großen Tisches der schönen Blume des bunten Bildes

 

Plural Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ die/alle großen Tische die/alle schönen Blumen die bunten Bilder
Akkusativ die großen Tische die schönen Blumen die bunten Bilder
Dativ den großen Tischen den schönen Blumen den bunten Bildern
Genitiv der großen Tische der schönen Blumen der bunten Bilder

 

Nach unbestimmtem Artikel:

Singular Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ ein/kein/mein
 großer Tisch
eine/meine/keine
 schöne Blume
ein/mein/kein
 buntes Bild
Akkusativ einen großen Tisch eine schöne Blume ein buntes Bild
Dativ einem großen Tisch einer schönen Blume einem bunten Bild
Genitiv eines großen Tisches einer schönen Blume eines bunten Bildes

 

Plural Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ große Tische schöne Blumen bunte Bilder
Akkusativ große Tische schöne Blumen bunte Bilder
Dativ  großen Tischen schönen Blumen bunten Bildern
Genitiv  großer Tische schöner Blumen bunter Bilder

 

Nach dem Nullartikel:

Singular Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ großer Tisch schöne Blume buntes Bild
Akkusativ großen Tisch schöne Blume buntes Bild
Dativ großem Tisch schöner Blume buntem Bild
Genitiv großen Tisches schöner Blume bunten Bildes

 

Plural Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ große Tische schöne Blumen bunte Bilder
Akkusativ große Tische schöne Blumen bunte Bilder
Dativ  großen Tischen schönen Blumen bunten Bildern
Genitiv  großer Tische schöner Blumen bunter Bilder